Vorschläge Buchcover

Zu unserer aktuellen Ausschreibung zum Thema Hartz IV und Behörden, suchen wir neben
Gedichten und Storys (siehe Infos zur Ausschreibung) noch Vorschläge zum Buchcover.
Wer also seine grafischen Arbeiten mal auf einem Buchcover sehen möchte, kann diese
an den Verlag schicken (Bitte keine Originale und maximal 5 Werke). Das künstlerische Mittel bei der Bildgestaltung ist Euch überlassen. Einsendungen per CD-Rom oder als eMail (mit der Bestätigung des Urheberrechts, Name und Anschrift sowie Werktitel). Wir werden diese dann hier veröffentlichen und zur Bewertung freigeben.
Das beste Cover bewerten wir mit 100.- Euro!
Hier die ersten Vorschläge (wird ständig aktualisiert – also immer mal wieder vorbeisehen);
Gebt Bitte Eure Bewertungen im Poll rechts ab – vielen Dank!!!
(Titelbild: Mach Dein Kreuz! von Arnd Dünnebacke – vielen Dank!)
Bild 1) Arnd Dünnebacke – Cake
Bild 2) Arnd Dünnebacke – Hartz IV to Go
Bild 3) Arnd Dünnebacke – Hartz IV to Hell
Bild 4) Ana-Marija Muhi – Tiefschlaf
Bild 5) Rainer Böder – Tittytainment (Öl)
Hinter- und Beweggünde zum Bild: Tittytainment
Das Bild ist in Öl auf Leinwand gemalt. Bombe und Gitter hinter der Attrappe sind aus Metallic-Silber Acrylfarbe.
Es ist Mittelteil eines Tryptichons,links und rechts daneben hängt jeweils ein Spiegel im gleichen Format. Vor den Spiegeln befinden sich Stahlmatten. Beim Betrachten ist man so selbst mit im Bild. Als hinter Gittern befindlich gespiegelt. Zu hören ist „Maikäfer flieg“, gesungen von Frauenstimmen.
Verschiedene Textcollagen, die ich „Gesänge“ nenne, sind zusammengestellt aus Zitaten von Autoren. Sie stehen im Atelier in schriftlicher Form geheftet als Hintergrundinfo zur Verfügung. Eine Darstellung an dieser Stelle würde, so denke ich, den Rahmen sprengen, jedoch finden sich Stichworte am Ende des Textes unter „Gesänge“.
Es gibt einen hat einen besonderen, realen Anlass für das Bild. Vor etlichen Jahren fiel mir ein Buch in die Hand, „Die Globalisierungsfalle“ (siehe Gesang 1). Das Lesen erschüttert mich heute noch wie seiner Zeit. Der Überraschungseffekt von damals ist allerdings der schmerzlichen Gewissheit gewichen, dass die geplante Zukunft heute Gegenwart ist. Die Empörung und Betroffenheit sind wachsend. Ein Bild drängte sich mir immer wieder auf, das sich auf ein in diesem Buch vorgestellten zentralen Begriff bezieht, „Tittytainment“, der geradezu für ein Programm steht (vgl. dazu Gesang 1). Dem Begriff immanent ist eine instrumentalisierte Mutterfigur, wenn auch versteckt. Unzweifelhaft reduziert auf die Ernährungsfunktion und formatiert auf betäubende Unterhaltung, dem Entertainment. In großer Betroffenheit assoziiere ich Bilder von dramatisch verlaufenden wissenschaftlichen Hospitalismus- Versuchen mit Affen. Das Tier hat noch Stoffwechsel und hinterlässt Spuren. Signale von Verzweiflung. Das Klettergerüst an der Mutteratrappe lässt sie als Todesengel erscheinen. So male ich das für uns erdachte Weltbild der „Weltenlenker“ und montiere die Spiegel mit den Stahlmatten, da wir ja Teil des erdachten Tittytainment-Weltbildes der „Weltenlenker“ sein sollen. Man beachte: Auch als nicht Harz 4 Empfänger. In welch erschreckendem Zustand ist diese Mutter? In welch erschütternd verwahrlosten Zustand sind wir – gedacht in den Köpfen der „Machtelite der Welt“, die vier Fünftel der Bevölkerung der Welt als unbrauchbar abgeschrieben hat?
Ich malte das mich verfolgende Bild geradezu aus mir heraus, um mich mit ihm vor Augen der Realität zu stellen. Ich musste mich zu diesem Affen in Beziehung setzen, so entstand die Installation, die mittels der Spiegel auch mich als Betrachter quasi ebenfalls „zum Affen macht“. Nicht allein das Äffchen ist das zu betrachtende Objekt, sondern ich bin Subjekt des Handelns. Und gibt es mehrere Betrachter, dann ist die Möglichkeit gegeben, dass Subjekte des Handelns – man beachte bitte den Plural – ausschwärmen.
Und das ist der Anfang für kUNSt.
Neben der Attrappe und dem Affen, die sich in einer grell erleuchteten Nische befinden, gibt es zwei Gegenstände: ein Kreuz, das einen blutroten Schatten wirft und eine metallisch glänzende Bombe. (vgl. dazu Gesang 2)
Ein uraltes Lied erinnerte ich beim Betrachten, das meine Großmutter häufiger sang … Maikäfer flieg… Ich beschließe, meine Mutter, meine Frau, deren Mutter und meine Tochter dieses Lied singen zu lassen und der Installation damit eine klangliche, eine weiblich-genealogische und historische Dimension zu geben. Wie aber sollen diese Affen noch fliegen lernen? Und vor allem wie eine sinnvolle Richtungen finden?
Damit das, was mich zu diesem Bild bewegt hat, den Betrachtern erschließen kann, füge ich „Gesänge“ in Form von Textcollagen hinzu. Das sind Texte, die ebenfalls ihren Niederschlag in diesem Werk gefunden haben und es somit komplettieren. Die Informationen bzw. Denkanstöße könnten einer Orientierung dienlich sein.
Gesang 1
In Form einer Textcollage gliedert sich in
-Vor-Bild (drei Zitate aus dem o.g. Buch „Globalisierungsfalle“, um den Tittytainment-Gedanken der Weltenplaner zu präzisieren). Hier einige Stichworte: Machtelite verständigte sich 1995 über die Weichen für die Zukunft / Nur noch eine Elite ist dienlich/Der Rest wird versorgt mit Nahrung und Unterhaltung/ Busen und Entertainment, komprimiert im Tittytainment-Begriff stehen hierfür.
- Hintergründe einer Mentalität, die versucht, Welt und Menschen zu instrumentalisieren: Folgen der Technokratie (Mynarek, Staudinger, Schlüter)); Folgen des Empirismus (Langer); Patriarchat als Herrschaftssystem (Meier-Seethaler); Gier und Angst vor Knappheit, die zur Erstarrung führt und sich sogar in unserem Währungssystem niederschlagen, als Ergebnis der Unterdrückung von Mutter Erde (Liethaer).
Systemisch provozierter Hospitalismus führt zur kulturellen Amnesie (belegt mit Assmann)
Die Bedeutung von Weiblichem ist grundsätzlich reduziert, und System dienlich deformiert . Hinzu kommt die Wirksamkeit einer virilen Optik, die durch die männlich okkupierten Medien Realität bestimmt, jedoch nichts anderes liefert als Projektionsbilder (Weiler).
Gesang 2
Bezieht sich auf die im Bild zu sehenden Gegenstände Kreuz, Bombe, Attrappe und reflektiert diese im Zusammenhang.
Systemisch provozierter Bedeutungslosigkeit des Weiblichen (Voss; Weiler) provoziert heroische, maskuline Energien und Allmachtsstreben (Liethaer, Dätwyler).
Gesang 3
Zerstreuungs- Fastfood: Survival of the fittest; Big Brother als Muster zynischer Reality shows im Hatz-4-Zeitalter (Mohr); bis zu „Wir amüsieren uns zu Tode“ (Postman)
Krieg im Kopf und im Herzen: Computergewalt schon für Kinder (Kölner Aufruf gegen Computergewalt)
Gesang 4
Aus- und Einsichten
Bild 6 – Annelie Jagenholz die Wohlgesinnten
Bild 7 – Stephan Knoblauch – Kinderarmut bei Hartz IV
Bild 8 – Stephan Knoblauch – Transparent
Bild 9 – Stephan Knoblauch – Hemd
Bild 10 – Stephan Knoblauch – Das letzte Hemd
Bild 11 – Inga Kess- Überwintern mit Hartz IV (nach einer Vorlage von (c) Wanja Jakob/Fotalia)
Bild 12 – Marion Feske – Tränen der Engel
Das Bild ist in Acrylfarben gemalt und zeigt die Trauer und auch die
Enttäuschung über das eigene Scheitern auf. Abhängigkeit von Hartz IV,
Ignoranz und die Unmenschlichkeit derer, die in der jeweiligen
Situation in einer Machtposition sind und diese auch ausüben.
So daß sogar die Engel weinen
Bild 13 – Marion Feske – von unten nach oben
Das Bild ist in schwarzer Tusche gemalt und mit Wasserfarben lasiert.
Es schildert das Gefühl der Aussichtslosigkeit eines Menschen, der durch
Umbrüche im Leben wie Scheidung und Tod von einer hohen Position,
plötzlich in die Arbeitslosigkeit fällt, und dabei droht zu versinken
in die Depression der Nutzlosigkeit. Das Bild heisst eigentlich auf den
Hund gekommen. Auch weil der Hund derjenigen Person auch noch gestorben ist!













